+++ Leserbrief vom 7. Dez. 2001 +++
Zum Bürgerentscheid gegen den Katamaran
Stell dir vor, es
ist Wahl und keiner hört hin! Stell dir vor, drei sind gegen den
Katamaran und nur einer dafür...dann siegt der eine! Und dann werden
die zwei Superschiffe gekauft...und eventuell damit viel Geld "versenkt"!
So also ist das, mit der direkten Demokratie! Da wird eine Abstimmung
der Bürger vorbereitet und durchgeführt. Es müssen 30 Prozent
abstimmen. Und statt 16.714 kommen "nur" 15.221 und stimmen
gegen das schnelle Schiff am See. 1.493 zu wenige! Nur 5.652 stimmten
für den Katamaran. Und die haben jetzt "gesiegt"!! Ist
so ein Quorum nicht verrückt? Würden Dreiviertel bei einer Bürgermeisterwahl
gegen den Kandidaten sein und ein Viertel für ihn, dann wäre
er sicher nicht gewählt!! Aber bei Sachfragen wie dem Katamaran wird
alles auf den Kopf gestellt: Die an Stimmenzahl weit unterlegenen haben
dann gewonnen. Im Grundgesetz heißt es, auch die direkte Abstimmung
der Bürger gehöre zur Demokratie. Dreiviertel stimmten "dagegen".
Aber darum schert sich keiner! Was soll also ein "Bürgerentscheid",
wenn eine haushohe Mehrheit nicht siegt?
Gerdi Spengler
ödp-Vorstand
Eriskirch