+++ Pressebericht vom 28. Juni 1998 +++
ödp: "Kinderkarawane" ist reine Wahlpropaganda
Am Dienstag gastierte
die Familienministerin Nolte mit der "Karawane für mehr Kinderfreundlichkeit
1998" in Langenargen. Das offizielle Anliegen dieser Veranstaltung ist
es, die "UN-Konvention über die Rechte des Kindes" bekanntzumachen.
Nachdem diese Konvention durch die Bundesrepublik bereits 1992 ratifiziert
wurde, ist es nicht schwer zu erraten, warum Frau Nolte die Kinderkarawane
ausgerechnet 1998 inszeniert, mit großer Schlußveranstaltung in
Berlin am 20. September, eine Woche vor der Bundestagswahl.
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) fragt sich allerdings,
ob die Spendengelder und das Personal, das das Deutsche KinderhiIfswerk mobilisiert,
um dieses Spektakel mitzutragen, nicht wesentlich besser in einer Kampagne
angelegt wären, die die defizitäre Familienpolitik Bonns ins Bewußtsein
brächte, welche wesentlich dazu beigetragen hat, daß sich im Bodenseekreis
die Zahl der sozialhilfeabhängigen Kinder in den letzten zehn Jahren
nahezu verdreifacht hat. Auch Bundespräsident Roman Herzog, der sich
als Schirmherr vor Noltes Karren spannen läßt, weiß als ehemaliger
Verfassungsrichter bestens Bescheid darüber, daß die Familienpolitik
der Union überwiegend Fassade ist und noch immer nicht die Vorgaben des
Bundesverfassungsgerichts im bezug auf die Steuerfreiheit des Existensminimums
für Kinder erfüllt. Insofen paßt die Inszenierung dieser Karawane
gut in die Tradition.