+++ Pressebericht vom 27. November 1998 +++
ödp-Aufruf an Verbraucher: durch bewußtes Einkaufen Tierquälerei vermeiden
Mit einem Appell an die Verbraucher, nur noch Fleisch aus der Region zu kaufen, hat sich die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) auf ihrer letzten Kreisversammlung an die Bevölkerung gewandt. Gelegenheit dazu gibt es bei hiesigen Metzgern, die teilweise sogar qualitativ hochwertige Produkte aus artgerechter Tierhaltung der Qualitiätsstufe "Neuland" anbieten.
Durch ihr Kaufverhalten haben die Verbraucher die einzige Möglichkeit,
etwas gegen die Tierquälerei beim oft unnötig langen Transport
von Schlachttieren zu unternehmen, solange die Politik untätig bleibt:
Bis zu 29 Stunden dürfen Schlachttiere lebend transportiert werden.
Dabei gibt es weder Versorgungsstationen entlang der Autobahnen, noch
ausreichende Kontrollen in der grenzenlosen EU. Die ödp setzt sich
deshalb bereits seit langem dafür ein, den Transport von Schlachttieren
nur noch bis zum nächstgelegenen Schlachthof zuzulassen, und auf
maximal, zwei Stunden zu, begrenzen. Diese Forderung ist auch Teil des
umfangreichen Tierschutzprogrammes, das die ödp im Januar auf ihrem
Bundeshauptausschuß verabschiedet hat. Einer der wichtigsten. Punkte
darin ist die Forderung nach rechtlichen Verbesserungen: Im Bürgerlichen
Gesetzbuch gelten Tiere heute immer noch als "Sachen", ein für
die ödp unhaltbarer Zustand. Darüber hinaus verlangt die ödp
die Abschaffung der Massentierhaltung und den Übergang zu einer flächengebundenen
Nutztierhaltung. Dadurch könnte die damit verbundene Tierquälerei
beendet werden. So sterben beispielsweise 20 Prozent der Hühner in
den Legebatterien. Durch die Erzeugung gesünderer Lebensmittel und
die geringere Belastung des Grundwassers hätte dies auch positive
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Und schließlich trage es auch
zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in der Region Bodensee-Oberschwaben
bei. Landwirte wiederum nehmen. nicht nur in der Nahrungsproduktion eine
bedeutende Rolle ein , sondern auch in der Natur- und Landchaftspflege.
Gerade eine intakte Natur ist im Bodenseegebiet von besonderer Bedeutung.
Sie erfreut nicht nur die Einheimischen, sondern ist auch eine wesentliche
Voraussetzung für einen unserer wichtigsten Wirtschaftszweige, den
Tourismus.