+++ Pressebericht vom 19. März 1999 +++
ödp: grüner Anteil an Regierungspolitik nicht zu erkennen
Einen Beitrag leisten zu einer breiteren ökologischen Bewußtseinsbildung - mit dieser Zielsetzung geht die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) in die kommende Europawahl. Darauf hat sich dier Kreisverband auf seinem letzten Treffen in Salem festgelegt.
So hat zum Beispiel die Gentechnik auch nach dem Regierungswechsel in
Bonn nach Auffassung der ödp nichts an Aktualität verloren,
da auf diesem Gebiet - wie auf den meisten anderen - der grüne Anteil
in der Koalition mit der Schröder-SPD kaum erkennbar ist", wie der
Europawahlkandidat Karl King aus Markdorf kritisierte. Im Koalitionsvertrag
stehe ausdrücklich, daß die Freisetzung genmanipulierter Organismen
in der Landwirtschaft erlaubt bleibe. Die Kreisvorsitzende Ruth Bärenweiler
ergänzte: Es bleibt in diesem Punkt alles beim Alten. Das ist ein
Verrat der Grünen an der ökologischen Bewegung, die vor der
Bundestagswahl soviel Hoffnung auf diese Partei gesetzt hat. Wir werden
das bei der Europawahl zum Thema machen. Alle Gegner genmanipulierter
Lebensmittel sollten den Grünen hierfür die rote Karte zeigen!"
Auch die ökologische Steuerreform
sei von den rot-grünen Regierungspartnern bis zur Unkenntlichkeit
entstellt worden. Es gebe zu wenig Planungssicherheit für Handwerk
und Mittelstand und zu viele und auch ungerechte Ausnahmen, so daß
von diesen sogenannten Öko-Steuern" keinerlei ökologische Lenkungswirkung
ausgehe. Es sei auch falsch, als Ausgleich für diese höhere
Belastung einseitig nur die Lohnnebenkosten zu senken, da hierbei Rentner,
Familien und nicht erwerbstätige Alleinerziehende stark benachteiligt
seien.
"Diese Politik führt dazu, die Akzeptanz einer wirklich ökologischen Reform bei der Bevölkerung zu verringern. Dafür tragen auch die Grünen die Verantwortung" wie die neue Friedrichshafener Ortsvorsitzende Sylvia Hiss feststellte.