+++ Pressebericht vom 3. Juli 2000 +++
ödp: volle Übereinstimmung mit Zielen des Tierschutzvereins
Rolf Servos vom Tierschutzverein zu Gast bei ödp
Eine positive Zukunft für den Tierschutzverein Friedrichshafen sah dessen Vorsitzender Rolf Servos bei seinem Vortrag im Häfler Schloßgarten auf Einladung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp).
Dieser Optimismus bezieht sich allerdings - darauf wies Servos deutlich
hin - nur auf die praktische Arbeit des Vereins, wie die Aufnahme von
herrenlosen und die Pflege von kranken Tieren, und nicht auf die Verwirklichung
seiner politischen Tierschutzziele. Hier vermißt er vielfach die
Achtung vor dem Leben" bei den politisch Verantwortlichen. Das zeige sich
nicht nur bundesweit, wie in der kürzlichen Ablehnung der Aufnahme
des Tierschutzes in die Verfassung durch die Union, sondern auch immer
wieder bei konkreten Projekten vor Ort. Als Beispiel nannte er die von
der Stadt Friedrichshafen veranlaßte Zerstörung des Dornbacher
Waldes mit seinen für die Tierwelt überaus wichtigen Pflanzenreichtum.
Hier war aller Einsatz der Tierfreunde, Hand in Hand mit Umweltschützern,
erfolglos. Der Stadt Friedrichshafen machte er in diesem Zusammenhang
den Vorwurf, sie mache zwar nicht alles falsch, aber sie mache vor allem
viel zu wenig, wenn es um Tier- und Naturschutz gehe". Volle Übereinstimmung
sieht er hingegen zwischen den Zielen des Tierschutzvereins und den Positionen
der ödp zum Tierschutz, welche die stellvertretende Kreisvorsitzende
Annedore Schmid anfangs kurz zusammengefaßt hatte: Das in seinem
Gefühlsleben und seiner Leidensfähigkeit dem Menschen unverkenbar
nahestehende Tier hat ein Recht auf artgerechtes Leben ohne Quälerei.
Der Tierschutz ist daher als Staatsziel in des Grundgesetz aufzunehmen.
Die artwidrige Intensiv- und Massentierhaltung muß ebenso abgeschafft
werden wie qualvolle Tiertransporte. Zugleich muß jeder Import von
auf tierquälerische Weise gewonnenen Waren verhindert werden. Alle
physisch oder psychisch quälerischen und leidvollen Experimente an
und mit Tieren sind zu verbieten."
Diese Position wie der ganze Diskussionsverlauf am Abend machten deutlich: auf die ödp kann der Tierschutzverein auch in Zukunft zählen, und das nicht nur bei der politischen Umsetzung der gemeinsamen Ziele in Natur- und Tierschutz, sondern auch, wenn es um die Unterstützung des Tierschutzvereins in seiner so ungemein wichtigen praktischen Aufgabe als oftmals letzte Zufluchtsstätte verlassener Haustiere oder kranker oder sonstwie hilfloser Wildtiere geht. Dies versicherte auch die Häfler ödp-Stadträtin Christine Stuckenbrock. Gerade auf diese Unterstütung - nicht nur von der ödp, sondern aus der ganzen Bevölkerung und auch vom Stadtrat - ist der Tierschutzverein bei der Verwirklichung eines der ehrgeizigsten Projekte angewiesen, welches er in seiner 50-jährigen Vereinsgeschichte je in Angriff genommen hat: den Gnadenhof - eine letzte Zufluchtsstätte für ausgediente Nutztiere wie Pferde, Schafe und Ziegen, mit dessen Bau im Jahr 2001 oder spätestens 2002 begonnen werden soll.