+++ Pressebericht vom 6. September 2000 +++
ödp besucht Bodensee-"Umwelthauptstadt" Gaienhofen
ödp-Delegation zeigt sich von konsequenter und auch phantasievoller Politik beeindruckt
Welche Möglichkeiten gibt es,
auf lokaler Ebene mehr für eine saubere Umwelt zu tun? Anregungen
hierzu holte sich eine Gruppe von Vertretern der Ökologisch-Demokratischen
Partei (ödp) aus dem Bodenseekreis, bestehend aus kommunalen Mandatsträgern
sowie Mitgliedern aus Kreis- und Häfler Ortsvorstand, bei einem Besuch
der Bodensee- Umwelthauptstadt" Gaienhofen, zu der sie natürlich
umweltfreundlich mit Bahn uns Bus angereist war.
Dort wurden die ödp-Politiker unter anderem über das sogenannte
siedlungsökologische Gesamtkonzept" informiert, welches eine wichtige
Grundlage der vorbildlichen, über Baden-Württemberg hinaus bekannten
Gaienhofer Umweltpolitik ist. Seine Grundlage wurde bereits kurz nach
der Gründung der Gemeinde 1974 erstellt und danach immer weiter ausgebaut.
Es umfaßt sämtliche Teilbereiche einer zukunftsorientierten,
vorausschauenden Stadtplanung: vom Agrar- und Landschaftsplan, mit dem
alles begonnen hat, über Verkehrskonzepte bis hin zur Erstellung
eines Klimagutachtens, das bei der Ausweisung neuer Baugebiete die Verbauung
von Luftströmen verhindern soll.
Die ersten konkreten Auswirkungen all dieser Arbeiten sind im Bereich
Agrar- und Landschaftsplanung zu erkennen: Nach einer systematischen Kartierung
und Bestandsaufnahme begann man dort mit der Vernetzung von Biotopen,
dem Erhalt und der Neuanlage von Streuobstwiesen, der Pflege von Feuchtgebieten,
der Uferrenaturierung und weiterer ähnlicher Maßnahmen. Dabei
wurde von Anfang an hoher Wert auf die Einbindung freier Träger (z.B.
Bundesverband für Umwelt- und Naturschutz Deutschland - BUND) und
direkt Betroffener (wie Landwirte oder Gewerbetreibende) gelegt, was sicherlich
zur Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung beigetragen hat.
Weitere in Gaienhofen verwirklichte Ansatzpunkte sind die Einbeziehung
der Schulen und der konsequente Einstieg in die Nutzung der Solarenergie.
Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine weit vorausschauende Politik bei
den Kindern und der Jugend ansetzen muß, wurde schon vor Jahren
beschlossen, jedem Schüler zur Einschulung einen Streuobstbaumsetzling
zu schenken. Außerdem wird an den Schulen des Ortes auf ökologische
Ernährung geachtet. Beim Tourismus setzte die Gemeinde frühzeitig
anstelle eines Mini-Disneylands" auf sanften Tourismus. Im Bereich Solarenergie
gehört sie zu den bundesweiten Vorreitern: Eine ihrer Solarfähren
ist sogar eine der Attraktionen der EXPO. Auf dem Campingplatz der Gemeinde
sind Solarlampen installiert, die tagsüber die Sonnenenergie speichern,
die sie nachts verbrauchen.
Bei all diesen, für die Vertreter einer ökologischen Partei
äußerst interessanten Informationen kam aber auch die Kultur
bei diesem Ausflug nicht zu kurz: Ein Besuch des Hermann-Hesse-Museums
rundete den Besuch ab und bot der Gruppe die Möglichkeit, diesen
bekannten deutschen Schriftsteller neu kennenzulernen.
Am Ende dieser Informationsfahrt zeigte sich die ödp-Delegation von
dieser konsequenten und auch phantasievollen Politik beeindruckt. Das
Beispiel Gaienhofen zeigt, so die stellvertretende Kreisvorsitzende und
Klufterner Ortschaftsrätin Annedore Schmid, wie auch heute schon,
trotz ungünstiger bundes- und landesweiter Rahmenbedingungen, mit
Phantasie, Weitsicht, Engagement und Durchsetzungskraft vor Ort ein wertvoller
Beitrag zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen geleistet werden kann.
Nachdem bereits in der Vergangenheit manches, wo Gaienhofen den Vorreiter
spielte, andernorts übernommen wurde und mittlerweile als nahezu
selbstverständlich gilt, wie beispielsweise Mülltrennung oder
Uferrenaturierung, brachte die Friedrichshafener Ortsvorsitzende Sylvia
Hiss ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass auch in Zukunft noch manch gute
Idee aus Gaienhofen andernorts Schule machen wird und auch in der einen
oder anderen Gemeinde im Bodenseekreis übernommen wird. Die ödp,
und hier besonders ihre Mandatsträger, werden sich jedenfalls künftig
verstärkt dafür einsetzen, wie auch die Häfler Stadträtin
Christine Stuckenbrock versicherte.