+++ Pressebericht vom 27. Januar 2002 +++
ödp fordert Aufforstung des Riedlewaldes
Sylvia Hiss: freiwerdende Messeflächen an Riedlewald zurückgeben!
Ein
Ende der ständigen massiven Eingriffe in den Häfler Riedlewald
hat die Ökologisch- Demokratische Partei (ödp) auf ihrem ersten
Treffen im neuen Jahr gefordert. Dieses wertvolle Stück Natur müsse
unbedingt als Wald erhalten bleiben und dürfe auch nicht in eine
Parkanlage mit geringerem gesetzlichen Schutz umgewandelt werden.
Der Wald in Baden-Württemberg wird immer kranker,
wie die stellvertretende ödp- Kreisvorsitzende Annedore Schmid unter
Berufung auf den neuesten Waldschadensbericht vermerkte. Danach ist der
Anteil der Waldfläche mit deutlich geschädigten Bäumen
seit 1997 im Ländle von 19 % auf 29 % angestiegen. Gleichzeitig nehmen
Naherholungsgebiete einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft
ein - nur nicht in Friedrichshafen! Was macht man hier? Man fällt
gesunde Bäume und verringert ständig die Fläche der grünen
Lunge der Stadt, des Riedlewaldes, der aufgrund seiner geringen Größe
die Bezeichnung "Wald" nach Auffassung der ödp schon fast
nicht mehr verdient. Seine Fläche wurde nach dem Krieg von ehedem
34 ha auf heute 18 ha nahezu halbiert und soll nach aktuellen Plänen
demnächst noch weiter verringert werden. Die Bäume wurden und
werden gefällt, weil sie der verfehlten Siedlungs- und Verkehrspolitik
der Stadt im Wege stehen - um Platz zu schaffen für verbreiterte
Straßen und weitere Siedlungsflächen.
Angesichts der diesjährigen Fällaktion im Riedlewald forderte
die Häfler ödp-Ortsvorsitzende Sylvia Hiss eindringlich, diesen
Trend der letzten Jahre umzukehren und den Riedlewald stattdessen wieder
aufzuforsten. Dazu bietet die Messeverlagerung eine einmalige Chance:
Die Friedrichshafener Stadträtin Christine Stuckenbrock erinnerte
daran, dass seinerzeit, als ein großer Teil des Riedlewaldes der
Messe zum Opfer fiel, zugesagt worden war, im Falle einer Auflösung
bzw eines Umzugs der Messe dem Riedlewald diese Flächen zurückzugeben.
Diese Situation steht jetzt vor der Tür. "Aber an das Versprechen
von damals erinnert sich scheinbar niemand mehr!" kritisierte Sylvia
Hiss. Schließlich bringt die Nutzung als Gewerbe- oder Siedlungsfläche
oder als Parkplatz mehr Geld in die Kasse der "armen" Stadt
Friedrichshafen, die darauf ja scheinbar so dringend angewiesen ist. Und
das ist wohl das einzige, was bei der Mehrheit im Gemeinderat zählt.
"Wir müssen wieder lernen, Grund und Boden, die Umwelt allgemein,
nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu bewerten und mit maximalen
Profit zu verwerten, sondern auch Gesichtspunkte wie "Erholungswert"
oder schlicht "Lebensqualität" zu berücksichtigen",
faßte Sylvia Hiss den Standpunkt der ödp zusammen.