Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 11. Dezember 2003 +++

zum Leserbrief "Fehler der Vergangenheit"

"Herr, schmeiß Hirn ra!"

Mit aufrichtigem Desinteresse antworte ich auf die Vorwürfe von Frau Stuckenbrock, denn ihre krausen Ausführungen sind von herzlich wenig Sachverstand getrübt. So mag es zwar für die ödp-Gemeinderätin von populistischen Reiz gewesen sein, die Pflichtaufgaben der Gemeinde sehr eigenwillig auszulegen, um sich der Eislauf-Initiative anzudienen - dennoch ist ihre verquere Sichtweise völlig unerheblich. Der Gesetzgeber hat eindeutig bestimmt, dass Schulen zu den Pflichtaufgaben zählen und Eislaufbahnen zu den freiwilligen Leistungen. Wenn wir gezwungen sind, Prioritäten zu setzen, haben wir uns alle an diese Vorgaben zu halten. Auch deswegen feilschen Karl-Heinz Mommertz und ich seit Jahren um ein möglichst hohes Maß an Erfüllung der Pflichtaufgabe Schulen. Uns deswegen zu tadeln, ist peinlich.

Aber damit nicht genug! Frau Stuckenbrock wirft dem Kollegen Mommertz und mir vor, dass wir - entgegen unseren Bemühungen - durch unser Mitwirken an den "Prestigeprojekten" der Stadt den Schulen und der Eislaufbahn geschadet hätten. Hier hält die Groteske Einzug! Den Rathausbrunnen habe ich aufs Äußerste bekämpft, ebenso die Colani-Therme. Zu den anderen angeführten "Prestigeobjekten" wie Volkshochschule, Musikschule und Messe bekenne ich mich aus vollem Herzen und bin über die jeweils hervorragende Architektur äußerst glücklich. Es kann nicht sein, dass ein einigermaßen vernunftbegabter Mensch diese Einrichtungen wegen der Eislaufbahn in Frage stellt! Sicher hat die Neue Messe unmittelbar mit dem Ende der Eislaufbahn zu tun. Wenn wir die Messe aber nicht verlagert hätten, wäre sie schon gestorben. Man denke an die Arbeitsplätze, an die Umwegrendite, die Auswirkungen auf Gastronomie, Hotellerie und an den Wirtschaftsstandort Friedrichshafen generell! Dies alles würde Frau Stuckenbrock für den Eislaufbetrieb opfern wollen!

Es hilft den Eislauffreunden nichts, wenn man solch absurde Positionen vertritt. Vielmehr müssen wir neue Lösungswege finden, bei denen der Verwaltungshaushalt nicht durch Betriebskostenzuschüsse belastet wird. Meines Erachtens sollten rechtliche Grundlagen geschaffen werden, um private Sponsoren sowie die Unterstützung der hiesigen Weltfirmen zu gewinnen.


Heinz Tautkus
Gemeinderat

(siehe auch Leserbriefantwort von Christine Stuckenbrock)