+++ Leserbrief vom 26. November 2003 +++
zur Podiumsdiskussion zum "Thema Mobilfunk" in Langenargen
Ein Lob an die Veranstalter
und Organisatoren, die der Bevölkerung diese Informationsmöglichkeit
gegeben haben. Anerkennenswert ist auch, dass eine solche Veranstaltung
mit Unterstützung der Gemeinde durchgeführt wurde, in Friedrichshafen
wäre so etwas vermutlich nicht möglich. Allein der - letztlich
erfolglose - Versuch von Bürgermeister Müller, die extra aus
Freiburg angereiste Umweltmedizinerin Barbara Dohmen, Mitbegründerin
des "Freiburger Appells", in dem mehr als 1200 Ärzte vor den
gesundheitlichen Risiken des Mobilfunks warnen, von der Diskussion auszuschließen,
hat den Abend leicht getrübt.
Ich hoffe, dass diese Veranstaltung nicht nur eine Alibifunktion hat,
sondern dass die politischen Vertreter Langenargens die an diesem Abend
gewonnenen Erkenntnisse, auch wenn diese noch nicht zweifelsfrei bewiesen
sind, zu Herzen nehmen und bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.
Sie sollten nicht versuchen, die Verantwortung auf Berlin abzuschieben,
indem sie auf die gesetzliche Lage in Deutschland verweisen, die angeblich
den Gemeinden kaum Handlungs- und Entscheidungsspielraum lässt, wie
dies Bürgermeister Müller am Freitagabend versucht hat. So unbefriedigend
die derzeitigen gesetzlichen Regelungen in Deutschland auch sind, ein
konsequentes Ausreizen der rechtlichen Möglichkeiten bietet den Gemeinden
durchaus Ansatzpunkte für einen wirkungsvollen Gesundheitsschutz
der Bevölkerung, ohne auf die flächenmäßige mobile
Erreichbarkeit zu verzichten, das haben einige Gemeinden, auch in Baden-Württemberg,
bewiesen. Eine ganz andere, aber wie ich finde überaus interessante
Möglichkeit hat ja auch Barbara Dohmen aufgezeigt: die Schaffung
einer mobilfunkfreien Zone in Langenargen. Dieser Vorschlag sollte nicht
voreilig verworfen werden, böte seine Verwirklichung doch neue, zukunftsträchtige
Perspektiven für den Tourismus in Langenargen.
Sylvia Hiss
Friedrichshafen
(ödp-Kreisvorsitzende)