+++ Pressebericht vom 27. April 2004 +++
Die Erdgasquellen liegen vor unserer Haustür
Über die Möglichkeiten einer ökologischen, nachhaltigen und regionalen Energieversorgung
Die Erdgasquellen liegen quasi vor unserer Haustür - wir müssen
sie nur noch anzapfen. Dies zu fördern ist Ziel des Regionalstrom"-Projekts
Bodensee-Oberschwaben, das vor vier Jahren in Ravensburg gegründet
wurde. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) hat jetzt dem
Initiator dieses Projekts, dem BUND Ravensburg, die Gelegenheit gegeben,
dieses interessante und zukunftsweisende Konzept, das ganz im Sinne der
ödp den Zielen nach Nachhaltigkeit und Denzentralität entspricht,
einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen und den BUND-Geschäftsführer,
Diplom-Agrarbiologe Ulfried Miller, zu einem Informationsabend nach Friedrichshafen
eingeladen.
Der Referent des Abends: Ulfried Miller vom BUND Ravensburg
Konkret geht es
dabei natürlich nicht um echtes Erdgas, sondern um Biogas, das aber
nach Auskunft von Ulfried Miller dem Erdgas chemisch nahezu völlig
gleicht. Es entsteht aus der Vergärung von Gülle, Gras und Grünabfällen
und wird noch bei den Erzeugern, hiesigen Landwirten, in Wärme und
Strom umgewandelt, wobei als Abfallprodukt" geruchsarmer Dünger zurückbleibt.
Das theoretische Potential dieser erneuerbaren und umweltverträglichen
Energiequelle verdeutlichte Miller mit einem anschaulichen Beispiel: Eine
Kuh gibt täglich 1,5 Kubikmeter Biogas, was dem Energiewert von 1
Liter Diesel entspricht. Bedenkt man die große Zahl Rinder in unserer
Region und die großen Mengen sonstiger organischer Abfallstoffe,
wird schnell deutlich, dass damit ein nicht unerheblicher Teil unseres
Energiebedarfs gedeckt werden könnte. Dazu kommen noch weitere Vorteile
für die Umwelt (geringerer Ausstoß von Treibhausgasen), Einsparung
von Rohstoffen, Verringerung der Importabhängigkeit im Energiebereich,
weniger Geruchsbelästigung durch Gülle und die Stärkung
der heimischen Wirtschaft, besonders der Landwirte. Und bei alldem spart
der durchschnittliche Stromverbraucher aufgrund der vergleichsweise niedrigen
monatlichen Grundgebühr bei leicht höheren Preisen je kWh Strom
auch noch Geld. Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken
Schönau (EWS), die für dieses Projekt als Kooperationspartner
gewonnen werden konnten. Diese zahlen pro verkaufter kWh Strom 1,5 Cent
in einen regionalen Fördertopf, wovon der größte Teil
zur Förderung der beteiligten Landwirte verwendet wird, darunter
auch einige Landwirte aus dem Bodenseekreis, die auch bereit sind, ihre
Anlage mindestens einmal jährlich einer interessierten Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Nähere Informationen darüber können
beim ödp-Kreisverband (email info@oedp-fn.de)
eingeholt werden.
Das Regionalstromprojekt bietet den Verbrauchern im Raum Bodensee-Oberschwaben
die Möglichkeit, ohne Komfortverzicht und ohne finanzielle Nachteile
den Ausbau einer umweltverträglichen Stromproduktion in unserer Gegend
zu fördern. Zahlreiche Verbraucher - Einzelpersonen, Einzelhändler,
Dienstleistungsunternehmen und als größter Abnehmer die evangelische
Kirche mit mehr als 50 Kirchengebäuden - haben sich bereits dafür
entschieden und ihren Beitrag geleistet, ganz im Sinne der Erkenntnis
"die Verbraucher bestimmen, was und zu welchen Bedingungen produziert
wird, und nicht die Politik".