+++ Pressebericht vom 16. November 2006 +++
Förderverein Down-Syndrom e.V. stellt sich vor
Sein nächstes großes Ziel: Aufbau eines integrativ betriebenen Ferienbauernhofs
Unbehindert miteinander leben, arbeiten, lernen von Menschen mit und ohne Behinderung und versicherungspflichtige Arbeitsplätze für geistig behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen - das ist das ehrgeizige Ziel, welches sich der Förderverein Down-Syndrom e.V. im Bodenseekreis gestellt hat. Er sucht dafür dringend die Unterstützung einer Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben, die sich dieser Idee annimmt und bereit ist, ihren Namen, ihre Erfahrung und Kontakte für diese gute Sache einzubringen und quasi als Motor und Türöffner mitzuwirken.

Auf dem Bild sind von links nach rechts: Reinhard Schneider, Barbara Thielicke
(beide vom Förderverein) und Annedore Schmid (stv. ödp-Kreisvorsitzende)
Auf einer Informationsveranstaltung
der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) im Häfler Schloßgarten
hat die Vorsitzende des Fördervereins, Barbara Thielicke, zusammen
mit dem Kassier Reinhard Schneider (selbst Mutter bzw. Vater je einer
Tochter mit Down-Syndrom), dieses Traumprojekt vorgestellt
und über die generelle Arbeit und Hilfsangebote des Fördervereins
berichtet.
Der Förderverein wurde 1993 in Tettnang gegründet. Er will Ansprechpartner
für Neubetroffene und Interessierte sein, Betroffenen mit Informationen
(z.B. über Frühförderung, Pflegegeld) und Orientierungshilfen
zur Seite stehen, Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit leisten
und die Integration von Menschen mit Down-Syndrom in der Gesellschaft
fördern. Dazu bietet er unter anderem einen monatlichen Stammtisch
an, arbeitet mit hiesigen Krankenhäusern zusammen und pflegt auch
den Kontakt mit Ärzten, Gynäkologen, Hebammen und Seelsorgern.
Nachdem die ältesten Kinder des Fördervereins mittlerweile
ein Alter von 15 oder 16 Jahren erreicht haben und an der Schwelle zum
Einstieg in das Arbeitsleben stehen, beschäftigt er sich verstärkt
mit der Suche nach bzw. der Schaffung von geeigneten Arbeitsplätzen.
So wurde vor einem Jahr im Herbst 2005 die Idee seines Traumprojekts
geboren: der Aufbau eines integrativ betriebenen Ferienbauernhofs mit
angegliederter Erlebnisgastronomie im Bodenseehinterland mit etwa acht
bis zwölf versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für geistig
behinderte Menschen - das ganze unter seiner Trägerschaft unter Schirmherrschaft
eines Sozialverbandes wie Caritas, Diakonie oder ähnlichem. Der Bodenseekreis
ist mit zwei Werkstätten für behinderte Menschen zwar gut bestückt.
Aber diese Werkstattplätze sind teuer für den Landkreis, zumal
es unter den Behinderten durchaus auch solche gibt, die unter gewissen
Einschränkungen einer annähernd normalen Tätigkeit
nachgehen könnten - in der Regel allerdings wahrscheinlich überwiegend
als Zweitkräfte und mit einer auf 50 % reduzierten Stundenzahl. Somit
könnte ein integrativ auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt betriebenes
Gastronomiegewerbe eine echte Alternative für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen, vorzugsweise geistig behinderte, darstellen. In den
letzten zwölf Monaten hat der Förderverein bereits zahlreiche
Gespräche in dieser Richtung geführt, unter anderem mit Vertretern
der Tannenhagschule in Friedrichshafen oder dem Sozialdezernat des Landratsamtes.
Die Unterstützung von Fachleuten für die Finanzierung und aus
der Hotelbranche ist gesichert. Der Erfolg des Projekts hängt jetzt
nur noch vom Finden eines geeigneten Objektes ab, das gut mit öffentlichen
Verkehrsmitteln erreichbar sein muss, und von der Gewinnung einer Persönlichkeit
aus dem öffentlichen Leben, die sich dieser Idee annimmt.