+++ Pressebericht vom 1. November 2002 +++
ödp bestürzt über rot-grünen Beschluss zum AKW Obrigheim
Beschlossene Betriebsverlängerung bedeutet unkalkulierbares Risiko für Bevölkerung - Offener Brief an MdBs Selg und Bindig
In einem Offenen
Brief an die beiden Bundestagsabgeordneten Petra Selg und Rudolf Bindig
zeigt sich der ödp-Kreisverband Bodenseekreis bestürzt über
den Beschluss der rot-grünen Bundesregierung, trotz erheblicher Bedenken
von Fachleuten und Umweltverbänden das Kernkraftwerk Obrigheim weitere
zwei Jahre am Netz zu lassen.
Das bedeutet nach Auffassung der ödp besonders für die Einwohner
Baden-Württembergs ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. In seinem
Schreiben weist der ödp-Kreisverband darauf hin, dass die vom AKW
Obrigheim ausgehenden Gefahren weit über die ohnehin hohen allgemeinen
Risiken der Kernenergie hinausgehen und zitiert dabei Eckart Hien, den
heutigen Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts. Dieser hatte
bereits im Jahr 2000 erkannt: "Obrigheim ist ein großes Sicherheitsrisiko.
Der Behälter ist stark versprödet. Das Kraftwerk kann jeden
Tag in die Luft gehen." Dem ist nach Auffassung der ödp nichts
hinzuzufügen.
Die ödp fordert die beiden Abgeordneten deshalb im Interesse aller
Bürger dazu auf, sich in Ihrer Fraktion und in der von ihr getragenen
Koalition dafür einzusetzen, diese Entscheidung noch einmal zu überprüfen
und zu korrigieren. "Hier dürfen die wirtschaftlichen Interessen
eines Kernkraftwerksbetreibers nicht höher bewertet werden als die
Sicherheit der Bevölkerung", so die ödp weiter. Dazu kommen
unkalkulierbare finanzielle Risiken für den Staatshaushalt, der infolge
der Staatshaftung für die erheblich unterversicherten Kraftwerksbetreiber
für die Schäden eines eventuellen Super-Gaus einstehen muss.
Die Schäden eines solchen Unfalls wären weitaus größer
als die schlimmsten vorstellbaren Folgen eines politischen Nein"-Sagens
zu den Kraftwerksbetreibern.