+++ Leserbrief vom 30. September 2000 +++
zum Thema "Frauenbeauftrage für Friedrichshafen"
Schade, daß
die Aufgaben von Renate Köster in Friedrichshafen allein auf die
der Frauenbeauftragten reduziert werden. Im Gegensatz dazu umfaßt
ihr Arbeitsauftrag im Landkreis die Belange von Familien und Frauen mit
der offiziellen Bezeichnung: "Beauftragte für Frauen- und Familienfragen".
Wer die Interessen von Frauen vertreten will, muß gleichzeitig die
der Familien berücksichtigen, denn die Benachteiligung von Frauen
hat ihren Ursprung eben meist in der Benachteiligung von Familien. So
hat z. B. die mangelnde Bewertung und Anerkennung von nichterwerbstätiger
Erziehungs- und Pflegearbeit vielfältige Folgewirkungen besonders
auf das Leben von Frauen. Von einer erfolgreichen kommunalen Familienpolitik,
zu der auch eine Familienbeauftragte gehört, profitiert die ganze
Gesellschaft, insbesondere Frauen. So gesehen sollte der Antrag vervollständigt
werden, damit in Friedrichshafen eine Familien- und Frauenbeauftragte
tätig werden kann, was auch im besonderen Interesse der wertorientierten
Politik des bürgerlichen und konservativen Blocks liegt.
Ruth Bärenweiler
ödp-Kreisrätin
Friedrichshafen