+++ Pressebericht vom 24. Februar 1999 +++
ödp kritisiert Haushalt der Stadt Friedrichshafen: Mißverhältnis zwischen umweltpolitischen und wirtschaftspolitischen Interessen
Zu einer Diskussionsrunde über den städtischen Haushalt '99 und darüber hinaus traf sich diese Woche der Ortsverband Friedrichshafen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp).
Auffällig ist für die Ortsvorsitzende Sylvia Hiss das Mißverhältnis
zwischen umweltpolitischen und wirtschaftspolitischen Interessen - also
Investition in Beton statt in den Menschen. Dazu Frau Hiss wörtlich:
Die schwindelerregenden Summen, mit denen sich die Stadt an millionenschweren
Projekten beteiligt, wirken sich lähmend auf andere notwendige, gesellschaftspolitische
Projekte aus. Besonders gravierend empfanden die Anwesenden die gewaltsamen
Eingriffe in die Landschaft durch Bachverlegungen und den Straßenbau.
Messeverlagerung und Tiefgaragenprojekte sind längst zu größenwahnsinnigen
Aktionen geworden. Diese Stadtpolitik wird die Pro-Kopf-Verschuldung bis
ins Jahr 2002 auf ein Höchstmaß von 2500 DM anschnellen lassen.
Der Ortsverband äußerte sein Befremden darüber, daß
in unserer wunderschönen Bodenseelandschaft im Uferbereich eine künstliche
Tropenlandschaft installiert werden soll, ganz zu schweigen von den zu
erwartenden Folgekosten.
Positive Resonanz gab es zum neuen Buskonzept, welches ab Mai '99 endlich
Realität werden soll. Wir sind erleichtert", so Sylvia Hiss, die
neue Ortsvorsitzende, daß nun auch hier in Friedrichshafen ein akzeptables,
wenn auch reduziertes Nahverkehrssystem für die Bürger zur Verfügung
steht." Dies war auch die Meinung der Anwesenden. Die reale Akzeptanz
des neuen Buskonzepts wird jedoch von einem annehmbaren Preis-Leistungsverhältnis
abhängen. Aus umweltpolitischen Gründen und um den belastenden
Individualverkehr zu reduzieren sollte der neue ÖPNV gut angenommen
werden. Für die ödp ist es oberstes Ziel, auch im kommunalpolitischen
Bereich nachhaltige un zukunftssichernde Entscheidungen zu treffen.