+++ Leserbrief vom 10. September 2000 +++
zum Thema "Bahn streicht Interregiolinie Ulm-Friedrichshafen-Lindau"
Stellen Sie sich mal vor, Ihr Bäcker schreibt auf die Ladentür: Ab 2001 nur noch Schwarzbrot. Oder an der Schulbushaltestelle steht: Bus fährt ab 2001 nur noch Di.-Fr.
So macht es die Bahn mit uns. Endlich hatten wir eine zuverlässige zweistündige Interregio-Verbindung Ulm-Lindau. Gelobt, genützt, geschätzt. Jetzt wird die Südbahn geschrumpft. Bis zuletzt schwärmte man von von Streckenausbau (Neitec) und Verbesserungen für die 2,4 Millionen Einwohner, dort, wo ja auch zehn Prozent der Wirtschaftskraft des Landes herkommen. Da streicht uns Bahnchef Mehdorn jede zehnte Zugverbindung im Fernverkehr. Folge: Am Südstrang soll künftig nur noch ein einziger Interregio am Tag weiter als bis Ulm fahren. Einwohner vom Ländle, Touristen, Schweizfahrer, Geschäftsleute, Schulklassen auf Klassenfahrt: raus. Umsteigen in den Bummelzug Richtung Ravensburg, Lindau, Konstanz, Oberstdorf (hoffentlich wartet der auch).
Toller Dienst am Kunden, werte Bahn!
Klassen fahren wieder Bus, Manager ihren Mercedes, die Hausfrau ihren
Kleinwagen - noch mehr Stau auf B 30 und B 31. Öko-Zukunft ade! Noch
weniger konkurrenzfähiger (weil schneller) Personennahverkehr auf
der Schiene. Schade!
Gerdi Spengler
Mitglied im ödp-Kreisvorstand
Eriskirch