+++ Pressebericht vom 24. April 2002 +++
Ein Atommülllager in unserer Nachbarschaft?
ödp begrüßt Volksbegehren gegen geplantes Endlager in Benken - Sylvia Hiss: Gefahren nicht unterschätzen
Kommt es, oder
kommt es nicht - das geplante Endlager für hochradioaktive Abfälle
in unserer Nachbarschaft, 65 Kilometer Luftline von Friedrichshafen entfernt
im schweizerischen Benken? Mit dem erfolgreichen Abschluss einer Unterschriftensammlung
zur Einleitung eines Volksbegehrens sieht der Kreisverband der Ökologisch-Demokratischen
Partei (ödp), der vor vielen Jahren als erstes auf diese drohende
Gefahr aufmerksam gemacht hat, die Chance, diese für die gesamte
Bodenseeregion bedrohliche Entwicklung noch zu verhindern, erheblich gestiegen.
Wie die Bundestagskandidatin der ödp im Wahlkreis Ravensburg-Bodensee,
Sylvia Hiss aus Friedrichshafen, auf dem letzten Treffen der Partei feststellte,
ist die Gefahr, die von einem solchen Atommüllendlager für unsere
Region ausgeht, nicht zu verharmlosen. Dies hatte auch der Atomphysiker
Prof. Dr. Klaus Buchner von der Technischen Universität München
im letzten Jahr auf Einladung des ödp-Kreisverbandes auf einer Informationsveranstaltung
in Überlingen erklärt.
Welche Folgen eine radioaktive Verseuchung für die Bewohner der betroffenen
Gebiete haben kann, kann man heute noch in der Friedrichshafener Partnerstadt
Polozk erkennen, wo viele Bürger noch immer unter den Auswirkungen
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 leiden, auch
wenn diese Katastrophe sicherlich nicht mit den von einem Atommüllendlager
auisgehenden Gefahren zu vergleichen ist. Der ödp-Kreisverband hat
in den letzten Jahren regelmäßig am Jahrestag dieser Katastrophe
für die betroffenen Polozker Bürger Geld gesammelt, um zumindest
mit dem sprichwörtlichen "Tropfen auf dem heißen Stein"
einen kleinen Beitrag zur Linderung der dortigen Probleme zu leisten.
So hat er im letzten Jahr 1.325 DM an den Freundeskreis Polozk überwiesen,
womit dieser den Kuraufenthalt von vier Kindern aus Polozk bezahlen konnte.
Heuer wird die ödp zum ersten mal seit über 10 Jahren nicht
selbst mit einer Sammelaktion in die Öffentlichkeit gehen, da mittlerweile
der Freundeskreis Polozk selbst am Freitag, den 26. April, eine eigene
Sammelaktion durchführt. "Wir wollen dem Freundeskreis Polozk
keine Konkurrenz machen", so Sylvia Hiss, "und wir verzichten
deshalb auf eine eigene Sammelaktion." Für Spätentschlossene
besteht aber auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ihre Spende
auf das ödp-Konto 250728001 bei der Volksbank Tettnang, BLZ 65191500
unter dem Kennwort "Polozk" einzuzahlen. Die ödp wird dieses
Geld an den Freundeskreis Polozk weiterleiten.