+++ Pressebericht vom 19. Oktober 2003 +++
ödp-Bundesvorsitzender: Deutsche Grenzwerte sind zu hoch!
Prof. Dr. Buchner informierte über aktuelle Forschungsergebnisse über Mobilfunkstrahlung - niedigere Grenzwerte gefordert
Eine drastische Senkung der gültigen Mobilfunk-Grenzwerte hat der Physiker und Mathematiker Prof. Dr. Klaus Buchner von der Technischen Universität München gefordert. Auf einer Informationsveranstaltung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) im Überlinger Gasthaus Waldhorn begründete der ödp-Bundesvorsitzende dies mit aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich der Mobilfunkstrahlung.
Auf dem Foto sind
links die ödp-Kreisvorsitzende Sylvia Hiss und rechts der ödp-Bundesvorsitzende
Prof. Dr. Klaus Buchner.
Prof. Buchner stützte sich bei seinem Vortrag auf Forschungsergebnisse
Dr. Lebrecht von Klitzings, der bereits Anfang der 90er Jahre nachgewiesen
habe, dass elektromagnetische Strahlung "weit unterhalb der deutschen
Grenzwerte" Auswirkungen auf den lebenden Organismus hat. Weitere
Forschungsarbeiten zeigten Schlaf- und Bewusstseinsstörungen, Konzentrationsprobleme,
Blutbildveränderungen sowie Veränderungen der Hirnströme
und die Durchdringung der Blut-Hirnschranke bei längerer Belastung.
Andere wissenschaftliche Untersuchungen brachten nach Angaben Buchners
Sterilität bei Mäusen ab der 5. Generation zutage.
Dabei müsse die hohe Belastung nicht sein, betonte Prof. Buchner
und verwies darauf, dass die meisten europäischen Länder deutlich
niedrigere Grenzwerte festgelegt hätten als Deutschland. "Selbst
Russland und China haben strengere Richtlinien als Deutschland",
so Buchner. Technisch sei es "ohne weiteres machbar, die Handystrahlung
in einem relativ unbedenklichen Bereich" zu halten, ohne auf die
ständige telefonische Erreichbarkeit verzichten zu müssen. Moderne
Handys reagierten nämlich besonders empfindlich. Sie funktionierten
noch bei einem 100 000.stel der derzeitigen deutschen Grenzwerte und seien
sogar in einem hermetisch abgeschlossenen Mikrowellengerät anwählbar.
Die derzeit gültigen hohen Grenzwerte schreibt Prof. Buchner der
"falschen Beratung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch Experten
aus der Mobilfunkbranche" zu. Diese hätten sich bei den Untersuchungen
nur auf die physikalische Wärmewirkung der Handys gestützt und
die elektro-biologischen Wirkungen vernachlässigt.
Buchner forderte als Konsequenz eine von Wirtschaftskonzernen unabhängige
Politik: "Die ödp ist die einzige Partei, die keine Firmenspenden
annimmt - deshalb können wir unabhängig von Unternehmervorteilen
Politik machen. Das ist auch der Grund, warum wir die einzige Partei sind,
die sich massiv für den Schutz der Bevölkerung und nicht der
Funkmastbetreiber einsetzt."