+++ Leserbrief vom 21. Juli 2002 +++
zum Leserbrief von Werner Langenbacher: Keine Manipulation durch Vorauswahl
Die Argumentation,
mit der Herr Langenbacher versucht, zu rechtfertigen, warum ich als einzige
der fünf Bundestagskandidaten im Wahlkreis Ravensburg-Bodensee nicht
zu der Podiumsdiskussion am 9. Juli in Weißenau eingeladen wurde,
überzeugt mich nicht. Sie enthält meines Erachtens einige Denkfehler,
von denen ich hier die gröbsten klarstellen will:
Herr Langenbacher verwechselt hier mehrfach die Begriffe "Partei"
und "Kandidat". Auf einem Podium sitzen nicht Parteien, sondern
deren Vertreter, die Kandidaten. Bei aufmerksamer Verfolgung der Presseberichte
der hiesigen Lokalzeitungen hätte er eigentlich bemerken müssen,
dass, unabhängig von der großen Anzahl Parteien, die in Baden-Württemberg
antreten, hier im Wahlkreis nur fünf Kandidaten zur Wahl stehen.
Die Einladung aller fünf Kandidaten hätte sicherlich den Zeitrahmen
der Veranstaltung nicht gesprengt, wie Herr Langenbacher befürchtet.
Herr Langenbacher streitet ab, mit dieser Entscheidung Einfluss auf die
Meinungsbildung der Wähler und damit auf den Wahlausgang auszuüben,
da ja "beide großen Lager" eingeladen waren und ihre Positionen
darstellen konnten. Dabei übersieht er, dass diese beiden Lager nicht
das ganze politische Spektrum in unserem Land abdecken, dass immer mehr
Bürger sich davon nicht mehr vertreten fühlen. Auch wenn es
nicht in der Absicht der Veranstalter lag, zu manipulieren: derart einseitige
Information bedeutet immer auch Manipulation.
Niemand will dem Veranstalter "die Schuld" an den Wahlergebnissen
der ödp "in die Schuhe schieben". Für diese Wahlergebnisse
ist allein die ödp verantwortlich. Wir in der ödp sind auch
bereit, mit vollem Einsatz (zeitlich und finanziell) für die von
uns als richtig erkannten Ziele einzutreten. Allerdings brauchen wir dafür
auch faire Chancen bei der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner.
Solange wir bei derartigen Veranstaltungen aber stets außen vor
bleiben, kann von fairen Chancen leider nicht die Rede sein.
Sylvia Hiß, Friedrichshafen
ödp-Kreisvorsitzende
ödp-Direktkandidatin zur Bundestagswahl